St. Gallische Kulturstiftung

1987, Frühjahr

Claudine Metzger

  • aus St.Gallen
  • Förderpreis über Fr. 5000.– für die Region St.Gallen
  • Sparte: Musikerin, Violinistin

Laudatio von Carl Scheitlin, Stiftungsratspräsident

Der Stiftungsrat der St. Gallischen Kulturstiftung hat an seiner Sitzung vom 22. Oktober 1986 beschlossen je einen Förderungspreis zu verleihen an Rahel Cunz, St. Gallen, und Claudine Metzger, St. Gallen, für ihr erfolgreiches Musizieren auf der Violine.

 

Claudine Metzger, geboren 1969, steht im 18. Lebensjahr. Sie stellt sich Ihnen mit ihren eigenen Worten wie folgt vor: „Meine ersten Kontakte zur Geige gehen in mein 6. Lebensjahr zurück. Unsere Familie wohnte damals in Baden im Kanton Aargau. Dort arbeitete die Gattin des Cellisten Claude Starck, Frau Therese Starck, als Musikpädagogin. Sie vermittelte Kindern im Alter von 5 bis 8 Jahren im Rahmen einer musikalischen Früherziehung den Zugang zur Musikwelt. Wir lernten das Geigenspiel vorerst nicht nach Noten, sondern rein nach dem Gehör. Meine kleine Viertelsgeige war mein liebstes „Spielzeug“ und wurde bald ein Stück von mir. Mit besonderer Freude rückte ich zu ungezwungenen musikalischen Vorträgen aus. Im Alter von 10 Jahren trat ich ins frisch gegründete Jugendorchester der Region Baden ein. Mit diesem spielte ich 1983 in St. Gallen Joseph Haydns G-Dur- Violinkonzert als Solistin. Seit 1984 spiele ich im SISO (Schweizerisches Jugendsinfonieorchester). Die Konzerttournees dieses Orchesters bieten mir wertvolle menschliche Kontakte und vertiefte musikalische Erlebnisse. Für mich hat Musik den grössten Stellenwert. Um aber vielseitig zu bleiben, bereite ich mich auf die eidgenössische Matura vor und pflege zahlreiche Freizeitbeschäftigungen. Meine bevorzugten Hobbies sind Malen und Lesen. Besonders schätze ich die Fabeln von La Fontaine sowie die Werke von Moliere. Ich bin überzeugt davon, dass diese verschiedenen Kunstrichtungen dazu beitragen, Musik zu gestalten und zu erleben. Dazu ist es wertvoll, an der reichen Erfahrung einer Lehrpersönlichkeit teilzuhaben. So freue ich mich ganz besonders, bei Frau Françoise Zöldy-Pfister in Basel studieren zu können. Die Teilnahme an einem Wettbewerb gibt mir die Gelegenheit, ein Werk besonders genau auszuarbeiten. Daneben ergeben sich auch Kontakte zu anderen gleichaltrigen jungen Musikern und die Möglichkeit für eine Standortbestimmung.“

 

Im Mai vorigen Jahres, nach dem gewonnenen Regionalwettbewerb St. Gallen, erlangte Claudine Metzger im Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb in Zürich den dritten Preis ihrer gegenüber ihrer heutigen Kollegin um ein Jahr jüngeren Altersklasse für die Violine. Ihre Vorträge waren: „Sonatina“ von H.W. Henze und „Zigeunerweisen op. 20“ von Pablo de Sarasate.

 

Die St. Gallische Kulturstiftung würdigt das begeisterte musikalische Schaffen und die erzielten Erfolge der jungen St. Galler Violinistin Claudine Metzger und freut sich, ihr dafür einen Förderungspreis zu übergeben.