St. Gallische Kulturstiftung

Reglement
vom 13. März 1995

Gemäss Artikel 10 der Stiftungsurkunde vom 3. Januar 1985 erlässt der Stiftungsrat nachstehendes Reglement.

1: Stiftungsrat

1.1: Konstituierung

Der Stiftungsrat konstituiert sich neben dem Präsidenten mit zwei Vizepräsidenten.

1.2: Präsidium

Der Präsident und die zwei Vizepräsidenten bilden das Präsidium. Diesem stehen als Sonderaufgaben zu:

  • Behandlung der Beitragsgesuche und Antragsstellung an den Stiftungsrat;
  • Ausnahme Entscheide zu Beitragsgesuchen bis Fr. 3’000.–, die dem Stiftungszweck entsprechen, jedoch die Behandlung innerhalb der ordentlichen Fristen nicht abwarten können (Ziffer 4.3);

1.3: Zeichnungsberechtigung

Zeichnungsberechtigt für die Stiftung sind der Präsident und die Vizepräsidenten des Stiftungsrates kollektiv zu zweien.

1.4: Entschädigung des Stiftungsrates

Die Stiftungsräte und zugezogenen Fachleute haben Anspruch auf ein Sitzungsgeld von Fr. 50.–. Die Reisekosten werden mit den tatsächlichen Kosten für Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vergütet.

1.5: Sitzungen

Der Stiftungsrat versammelt sich jährlich zu zwei ordentlichen Sitzungen. Ausserordentliche Sitzungen können vom Präsidenten sowie auf begehren von mindestens fünf Stiftungsräten einberufen werden.

2: Organisation und Stiftungstätigkeit

2.1: Geschäftsstelle

Die Geschäftsstelle der Stiftung ist dem Amt für Kulturpflege des Kantons St.Gallen übertragen.

2.2: Rechnungsführung

Die Rechnungsführung der Stiftung ist der Staatsbuchhaltung des Kantons St.Gallen übertragen.

3: Leistungen der Stiftung

3.1: Grundsatz

Die Stiftung leistet Beiträge gemäss Art. 2 der Stiftungsurkunde. Sie kann dafür Richtlinien erlassen. Keine Beiträge werden geleistet an Institutionen, die wiederkehrende Beiträge aus öffentlichen Mitteln erhalten.

3.2: Beitragshöhe

Die Höhe des Beitrages bemisst sich nach der finanziellen Lage des Gesuchstellers, nach der Bedeutung und Ausstrahlung des Werkes, der Veranstaltung oder der Kulturstätte, und nach der Höhe der Gesamtkosten. Der Stiftungsrat ist in der Bemessung der Beitragshöhe frei.

4: Verfahren

4.1: Gesuch

Das Beitragsgesuch ist dem Stiftungsrat mit nachstehenden Angaben einzureichen:

  • Name des Gesuchstellers und wesentliche persönliche Angaben
  • Beschrieb des Vorhabens
  • Kostenvoranschlag
  • Finanzierungsplan

4.2: Zuständigkeit

Das Präsidium beurteilt die Beitragsgesuche zuhanden des Stiftungsrates. Es kann nach Bedarf Fachleute beziehen. Über die Beitragsgesuche entscheidet der Stiftungsrat, vorbehältlich der Zustimmung des Präsidiums für dringliche Beitragsgesuche gemäss Ziffer 1.2.

4.3: Fristen

Gesuche werden behandelt, wenn sie Ende April oder Ende Oktober eines Jahres vorliegen. Über Beiträge beschliesst der Stiftungsrat ordentlicherweise im drauffolgenden Juni oder Dezember.

4.4: Auszahlung

Die Auszahlung erfolgt in der Regel nach Einreichung der Abrechnung. Bei Bedarf können Teilzahlungen ausgerichtet werden. Die Auszahlung des Beitrags entfällt, wenn innert der Frist von zwei Jahren ohne ausreichenden Grund keine Abrechnung vorgelegt wird. Bei Drucklegungen und anderen Vervielfältigungen ist der Stiftung eine mit dem Beitragsabschluss festgelegte Anzahl der Erzeugnisse auszuhändigen.

5: Zusammenarbeit

Die Stiftung arbeitet für die Erfüllung ihrer Aufgaben zusammen mit bestehenden kulturellen Vereinigungen und Einrichtungen. Sie arbeitet ferner zusammen mit anderen Einrichtungen zur Förderung der kulturellen Tätigkeit oder berücksichtigt diese.

Beschlossen durch den Stiftungsrat am 15. August 1984 und vorbehältlich der Genehmigung durch den Regierungsrat in Kraft gesetzt.

St.Gallen, 13. März 1995

St.Gallische Kulturstiftung

  • Der Präsident: Carl Scheitlin
  • Vizepräsident: Armin Mühlematter

Genehmigt durch den Regierungsrat
gemäss Art. 10 der Stiftungsurkunde am 13. März 1985

  • Der Landammann: Karl Mätzler
  • Im Namen des Regierungsrates, der Staatsschreiber: Dieter J. Niedermann

Reglement
vom 5. März 2009

Gemäss Art. 10 der Stiftungsurkunde vom 15. August 1984 erlässt der Stiftungsrat nachstehendes Reglement

1: Stiftungsreglement

1.1: Stiftungsrat

Der Stiftungsrat der St.Gallischen Kulturstiftung setzt sich in der Regel aus elf Persönlichkeiten des öffentlichen und kulturellen Lebens aus den verschiedenen Regionen des Kantons zusammen. Er wird von der Regierung des Kantons St.Gallen gewählt.

Die Leiterin oder der Leiter des Amtes für Kultur nimmt mit beratender Stimme an den Sitzungen des Stiftungsrates teil.

1.2: Stiftungsratspräsidium

Die Präsidentin oder der Präsident leitet die Stiftung. Sie oder er wird auf Vorschlag des Stiftungsrates von der Regierung gewählt.

Die Präsidentin oder der Präsident wird unterstützt von zwei Vizepräsidentinnen oder Vizepräsidenten. Die Vizepräsidentinnen oder -präsidenten werden vom Stiftungsrat gewählt. Eine Vizepräsidentin oder ein Vizepräsident ist Mitglied der St.Galler Regierung.

1.3: Geschäftsleitung

Die Geschäftsleitung setzt sich wie folgt zusammen:

  • aus der Präsidentin oder dem Präsidenten
  • den beiden Vizepräsidentinnen oder Vizepräsidenten
  • der Leiterin oder dem Leiter des Amtes für Kultur und
  • der Geschäftsführerin oder dem Geschäftsführer

1.4: Zeichnungsberechtigung

Zeichnungsberechtigt für die Stiftung sind die Präsidentin oder der Präsident, die Vizepräsidentinnen oder Vizepräsidenten des Stiftungsrates und die Geschäftsführerin oder der Geschäftsführer kollektiv zu zweien.

1.5: Entschädigung des Stiftungsrates

Die Mitglieder des Stiftungsrates haben Anspruch auf ein Sitzungsgeld.
Die Reisekosten werden nicht separat vergütet.

1.6: Sitzungen

Der Stiftungsrat versammelt sich jährlich zu zwei ordentlichen Sitzungen.
Ausserordentliche Sitzungen können von der Präsidentin oder vom Präsidenten sowie auf Begehren von mindestens fünf Mitgliedern des Stiftungsrates einberufen werden.

2: Organisation

2.1: Geschäftsstelle

Die Geschäftsführung der St.Gallischen Kulturstiftung ist dem Amt für Kultur des Kantons St.Gallen übertragen. Dieses stellt unentgeltlich eine Geschäftsführerin oder einen Geschäftsführer zur Verfügung.

2.2: Rechnungsführung

Die Rechnungsführung ist der Finanzverwaltung des Kantons St.Gallen übertragen, Revisionsstelle ist die Finanzkontrolle des Kantons St.Gallen.

3: Leistungen

3.1: Grundsatz

Die Stiftung fördert das kulturelle Schaffen sowie die Pflege und Vermittlung des überlieferten und zeitgenössischen Kulturgutes gemäss dem in Art. 2 der Stiftungsurkunde festgelegten Stiftungszweck.

Über Zuwendungen aus der Stiftung beschliesst gemäss Art. 5 der Stiftungsurkunde der Stiftungsrat nach Massgabe der Stiftungsurkunde, des vorliegenden Reglements und der zur Verfügung stehenden Mittel.

Innerhalb der von Art. 2 und Art. 6 der Stiftungsurkunde formulierten Vorgaben ist der Stiftungsrat in seiner Tätigkeit, in der Auswahl der kulturellen Schaffensbereiche und der in Frage kommenden Personen und Institutionen sowie in der Bemessung der Zuwendungen frei.

3.2: Fördertätigkeit

Die Stiftung beschränkt sich in ihrer Fördertätigkeit auf die Vergabe von Preisen.

Ausgezeichnet werden ausserordentliche Leistungen, welche darauf ausgerichtet sind, Kultur und Kunst zu pflegen, zu schaffen, zu erhalten und zu vermitteln. Der Stiftungsrat kann Richtlinien betreffend die Vergabe seiner Leistungen erlassen.

3.3: Zuständigkeit

Vorschläge für Preisträgerinnen und Preisträger stammen von den Mitgliedern des Stiftungsrates. Das Präsidium beurteilt die Vorschläge zuhanden des Stiftungsrates. Es kann nach Bedarf Fachleute beiziehen. Über die Vergabe von Preisen entscheidet der Stiftungsrat.

3.4: Preisarten

Die Stiftung vergibt folgende Preise:

3.4.1: Grosser St.Galler Kulturpreis:

Der grosse St.Galler Kulturpreis wird im Abstand von zwei bis drei Jahren für aussergewöhnliche und überregional bedeutsame Verdienste vergeben. Die Preissumme beträgt Fr. 30’000.–.

3.4.2: St.Galler Kulturpreise:

Die St.Galler Kulturpreise werden einmal jährlich verliehen und zeichnen Personen oder Gruppen aus, die in einer bestimmten Sparte ein herausragendes, überregional ausstrahlendes Werk ausweisen.

3.4.3: Anerkennungspreise:

Anerkennungspreise werden einmal pro Jahr an Kulturschaffende oder Gruppen – alter­nierend in den Regionen des Kantons – verliehen. Die Preissummen betragen je Fr. 5’000.– bis 15’000.–.

3.4.4: Förderpreise:

Förderpreise werden einmal pro Jahr an Einzelpersonen oder Gruppen – alternierend in den Regionen des Kantons – verliehen. Die Kulturstiftung versteht die Förderpreise als Ansporn für Kulturschaffende. Dabei signalisiert sie auch ein gewisses Mass an Risikobereitschaft. Die Preissummen betragen je Fr. 5’000.– bis 15’000.–.

4: Organisation

Die Stiftung arbeitet für die Erfüllung ihrer Aufgaben mit bestehenden kulturellen Vereinigungen und Einrichtungen zusammen. Sie arbeitet ferner mit anderen Einrichtungen zur Förderung der kulturellen Tätigkeit zusammen oder berücksichtigt diese, insbesondere bei der Ausrichtung ihrer Fördertätigkeit.

Beschlossen durch den Stiftungsrat am 5. März 2009 und vorbehältlich der Genehmigung durch die Regierung in Kraft gesetzt.

St.Gallen, 5. März 2009

St.Gallische Kulturstiftung:

  • Prof. Dr. Jürg Kesselring, Präsident
  • lic.phil. Markus Linder, Vizepräsident

Genehmigt durch die Regierung
gemäss Art. 10 der Stiftungsurkunde am 24. November 2009

Im Namen der Regierung,

  • Der Regierungspräsident: Dr. Josef Keller
  • Der Staatssekretär: lic.phil. Canisius Braun